✯ 10.10.2008 bis ♰ 08.09.2022
ich war ein Podengo Português Médio Mädchen.
Die ersten Jahre meines Lebens waren sehr bewegt. Geboren wurde ich in Süd-Spanien, in den Außenbezirken von Málaga.
Die ersten Wochen und Monate lebte ich mit meiner Hunde-Familie auf der Straße, bis ich von Menschen eingefangen und in einer Perrera eingesperrt wurde. Da ich ja keinen Besitzer hatte, sollte ich im Alter von nur 6 Monaten eingeschläfert werden.

Doch ich hatte Glück im Unglück. Die Leute vom deutschen Tierschutzverein CaLeLo-Dogs e.V. wurden auf mich aufmerksam. Noch bevor meine Zeit ablief, konnten sie mich aus der Perrea raus kaufen und brachten mich nach Deutschland.
So kam ich Ende Juli 2010 auf eine Pflegestelle in Kaarst, Dort habe ich mich eigentlich recht wohl gefühlt, aber am 2. August 2010, beim Gassi-Gehen, geschah es: Wir waren in einer Gruppe mit Hunden und Menschen unterwegs. Einer meiner Hunde-Kumpels sah ein Kaninchen und sprang meiner Pflege-Patin durch die Beine.
Sie stürzte und lies meine Leine fallen.
Die Gelegenheit ein Kaninchen zu jagen konnte ich mir nicht entgehen lassen. Ich und mein Kumpel jagten dem Kaninchen hinterher.
Wie ich später gehört habe, hat mein Kumpel zurückgefunden. Ich leider nicht, ich war ja fremd hier.
So irrte ich einige Wochen und Monate durch die unbekannte Gegend.
Ich weiß nicht mehr genau wann, aber es war um die Weihnachtszeit 2010, nach über 50 Kilometer Wanderung erreichte ich Köln!
Genauer gesagt das Gewerbegebiet Marsdorf. Dort gab genug Kaninchen und Mäuse um den Winter zu überleben. Auch auf den Parkplätzen der Supermärkte fand ich immer mal wieder was zu Fressen.
Schon zu dieser Zeit sind mir zwei Typen aufgefallen, die mir immer wieder über den Weg gelaufen sind. Ein Mensch und ein katalanischer Hirtenhund (Hauptsache Spanier). Ich hielt mich immer außer Sicht, doch die beiden haben mich dennoch bemerkt.
Aber im Gegensatz zu all den anderen Menschen schienen die beiden Angst vor mir zu haben. Komisch! Normalerweise sollte ich die Angst haben und nicht die!
Jedes Mal wenn sie mich sahen sind sie davon gelaufen. Das ging 2, 3 Wochen so.
Interessant, dachte ich, schau doch mal vorsichtig nach was das für Typen sind.
Ich schlich mich also hinter ihnen her. Der Katalane war mir sofort sympathisch (ein Spanier eben), doch war dieser Mensch immer dabei, also blieb ich vorsichtig und hielt Abstand.
Die Zeit verging und weitere Wochen zogen ins Land. Der Katalane ist mein Freund geworden, ich glaube er heißt Leon, der Mensch ruft ihn so und Leon hat auch überhaupt keine Angst vor diesem Mann.
Das Frühjahr ist fast vorüber und der Mensch vom Leon ist doch nicht so übel.
Er scheint aber sehr ängstlich zu sein, denn wenn er mich sieht geht er in die andere Richtung davon. Naja, wenigstens rennt er nicht mehr davon wie er es am Anfang getan hat.
Dieser Mensch macht mich neugierig und mittlerweile schau ich jeden Abend bei seiner Unterkunft vorbei. Übrigens, Leon wohnt auch dort.
Mittlerweile habe ich ein Sommerfell bekommen und ich glaube ich bin auch schon richtig erwachsen mit meine 1 ½ Jahren.
Ich muss nicht mehr jagen! Der Mensch vom Leon stellt jeden Abend leckeres Futter und einen Eimer Wasser raus.
Es ist momentan ganz angenehm für mich. Tagsüber bleibe ich in meinem Versteck und abends gehe zu Leon und seinem Menschen zum Fressen.
Danach gehen wir zu Dritt auf die Jagt.
Leon ist ja ganz gut aber dieser Mensch hat’s gar nicht drauf. In all den vergangenen Monaten hat der nicht ein Kaninchen gefangen.
Es ist nun Anfang Juni, die allabendlichen Treffen mit Leon und seinem Menschen sind mir lieb und teuer geworden.
Wenn die beiden Mal später als 20:30 Uhr auftauchen, stehe ich schon vor ihrem Haus und belle.
Schließlich habe ich ja Futter und Wasser zu bekommen. Und die Jagt wartet ja auch auf uns. Dieser Mensch vom Leon wird zunehmend interessanter. Ich weiß nicht mehr genau wann, aber Ende Juni, Anfang Juli habe ich bemerkt, dass der Mensch super Leckerli dabei hat. Leider bekomme ich die nur wenn ich ganz nah an ihn ran gehe. Was soll’s, die Leckerli scheinen es wert zu sein.
Es ist Mitte Juli, dieser Mensch gefällt mir immer besser! Seit Wochen, nein seit Monaten treffe ich ihn jeden Abend. Und die Sachen die er mitbringt sind wirklich toll. Ich hole mir mein Leckerli direkt aus seiner Hand, und ihr glaubt es vielleicht nicht, aber es ist völlig ungefährlich!
Mich würde mal interessieren was der nach unserem Treffen so macht?!?
Heute ist Donnerstag der 28. Juli 2011, und heute will ich es wissen. Wenn Leon und sein Mensch in Ihrem Bau verschwinden gehe ich einfach mal mit. Heute werde ich mal richtig mutig sein.
Es ging durch eine Tür, dann Treppen zwei Stockwerke nach oben, durch eine weitere Tür, da stand ein Napf mit Fressen, einer mit Wasser, da stand ein Korb mit Leckereien.
Ich habe sofort alle drei Räume untersucht. In einem Raum stand ein Bett, das ist genau richtig für mich. Doch der Mensch will nicht, dass ich da drin liege. Aber sonst ist es ganz gut hier. Hier bleibe ich erst Mal.
Mittlerweile hat der Mensch Kontakt mit meiner alten Pflegestelle. Alle wollen sich bemühen einen schönen Platz für mich zu finden. Ich hoffe und wünsche mir, dass sie Erfolg haben werden. Bei den CaLeLo’s dachte man ich wäre tot. Der Winter 2010/2011 war auch in Köln sehr hart.
Meine alte Patin hat geweint als sie hörte dass es mich noch gibt. Und der Mensch hat auch entschieden, daß ich für immer bei ihm und Leon bleiben darf. Er soll es nicht bereuen.




